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19.11.2017 15:23:55


Die Gemeinden handeln! - für eine lokale Alkoholpolitik

Zuständige Organisation: Radix

Alkoholprävention wird konkret: Nidwalden handelt
Was vor einem halben Jahr mit einer gemeinsamen Vereinbarung gestartet wurde, nimmt nun
bereits konkrete Formen an. Dank der Initiative einiger interessierter Gemeinden sowie der
Unterstützung durch die Fachstelle Gesundheitsförderung und Prävention OW/NW vereinbarten
zehn Nidwaldner Gemeinden sowie Engelberg ein gemeinsames dreijähriges
Alkoholpräventionsprojekt, welches gemeindeübergreifend umgesetzt werden soll. Prävention ist
dann wirksam, wenn Politikerinnen und Politiker auf allen Ebenen das Thema ernst nehmen,
verbindliche Beschlüsse fassen und der Prävention damit zu politischem Gewicht verhelfen. Dass
sowohl die Gemeindebehörden als auch die Schulbehörden die Projektvereinbarung unterzeichnet
haben, bedeutet eine gute Grundlage für eine gemeinsam getragene Alkoholpolitik mit
Nachhaltigkeit.

Zwei "Nidwaldner Situationsanalysen" mit interessanten Ergebnissen
Kernstück der Situationsanalyse waren zwei moderierte Workshops, an dem vorhandene Probleme
ermittelt und definiert werden. Bereits während der Workshops wurde die Bedeutung der Probleme
angesprochen und dem vorhandenen Angebot an Prävention gegenübergestellt. Gemeinsam wurde
danach ermittelt, wo Handlungsbedarf besteht. Mit diesem Vorgehen will man weg vom
Giesskannenprinzip und hin zu gezielten Massnahmen. Jugendliche und Erwachsene von elf Gemeinden beteiligten sich an dieser Bestandesaufnahme. Mit Blick auf die hohe Zahl der Mitwirkenden wurde je eine Veranstaltung für erwachsene Schlüsselpersonen und für Jugendliche bzw. junge Erwachsene angeboten. In einem ersten Schritt analysierten die Teilnehmenden die Situation in ihrer eigenen Gemeinde, in einer zweiten Runde galt es bestehende positive "Lebenswelten" und Angebote zu beschreiben, und im dritten Schritt wurden je Themenkreis Anregungen und Forderungen für Verbesserungen vor Ort und gemeindeübergreifend gesammelt, diskutiert sowie bewertet. Am 9. November 2006 trafen sich dazu 120 Erwachsene aus den elf Gemeinden in der Mehrzweckhalle in Ennetmoos. 68 Jugendliche und junge Erwachsene arbeiteten im Kollegi in Stans am 29. November am Thema. Um die Diskussionsergebnisse vergleichen zu können, wurden sie gebündelt in die Bereiche Familien- und Privatleben, Gastronomie und Detailhandel, Feste und Parties, Vereinsleben und Jugendtreff, Gemeinde bzw. öffentlicher Raum sowie Schule.

Das macht zu schaffen
In beiden Situationsanalysen wird betont, dass viele Eltern zu wenig Verantwortung übernehmen, häufig unsicher sind, wann Grenzen zu setzen sind und wann Freiraum geboten werden soll. Die Jungen und die Erwachsenen, welche beruflich oder im Rahmen ihres Engagements viel mit Jugendlichen zu tun haben, sprechen von einem starken Gruppendruck unter Jugendlichen, auch in der Schule. Alkoholkonsum begünstige Nachtruhestörung, Vandalismus und Unordnung auf öffentlichen Plätzen. Trotz Jugendschutz-Bestimmungen könne Alkohol problemlos erworben werden (Detailhandel, Tankstellenshops), aber alkoholische Getränke werden auch durch ältere Jugendliche an Jüngere weiter gegeben. Übermässiger Alkoholkonsum an Festen habe häufig damit zu tun, dass bereits Alkohol auf das Festgelände mitgebracht wird. In beiden Analysen wird erwähnt, dass ein Fest oft auch verbunden ist mit Vandalismus und Unordnung. Die Schlüsselpersonen meinen im Gegensatz zu den Jugendlichen, dass Suchtprävention in allen Schulen thematisiert wird. Doch aus vier Gemeinden geben Jugendliche an, keine Suchtpräventionskenntnisse durch die Schule erworben zu haben.

Eltern, Gemeinden und Schulen zum Handeln aufgefordert
Die zahlreichen Vorschläge wurden von der Fachstelle Gesundheitsförderung und Prävention OW/NW in einem Bericht zu Händen der Steuergruppe zusammengefasst. Sie stützen sich einerseits auf die beiden Bedarfserhebungen. Dank dem Netzwerk von unterdessen 144 Gemeinden, die am
Alkoholpräventionsprogramm "Die Gemeinden handeln!" angeschlossen sind, fliessen anderseits auch zahlreiche Erfahrungen anderer Schweizer Gemeinden in die Empfehlungen, die von der Steuergruppe an ihrer Sitzung vom 14. Dezember 2006 eingehend diskutiert wurden. Die Steuergruppe des gemeindeübergreifenden Projektes setzt sich zusammen aus je einer Vertreterin bzw. einem Vertreter der Politischen Gemeinden und der Schulbehörden. Die Leiterin der Fachstelle Gesundheitsförderung und Prävention OW/NW sowie der Fachmitarbeiter des nationalen Projekts "Die Gemeinden handeln!" von Radix Gesundheitsförderung sind ebenfalls Mitglied. Die mitwirkenden Erwachsenen und Jugendlichen wurden persönlich orientiert und zur Mitarbeit in den gebildeten Arbeitsgruppen eingeladen. Verständlicherweise können nicht alle Vorschläge berücksichtigt werden. Die zurückgestellten Anregungen sind nun in einem "Ideenspeicher" zwischengelagert und werden im Laufe des dreijährigen Projektes erneut geprüft. Die Steuergruppe wird nun in erster Priorität folgende Ideen in Arbeitsgruppen weiter entwickeln.

Alkoholpolitik in der Gemeinde

Einheitliche (gemeinsame) Richtlinien und Bewilligung für Feste und Veranstaltungen.
Einheitliche Einhaltung und Kontrolle der Jugendschutz-Bestimmungen: Verwarnungen und Verzeigungen bei wiederholter Alkoholabgabe an Minderjährige
Werbeverbot für Alkohol auf Gemeindegebiet oder zumindest an sensiblen Orten. Die Steuergruppe empfiehlt im Rahmen der Vernehmlassung zu Änderungen des Gesundheitsgesetzes, dass Werbung für Alkohol auf dem gesamten Gemeindegebiet verboten sei.

Elternarbeit



Schule



Öffentlicher Raum



Gastronomie und Detailhandel



Freizeit: Vereine sowie Feste, Parties


Dokument: Gesuch_Gelegenheitswirtschaft.pdf (pdf, 22.4 kB)


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